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Beeinträchtigte Spielentwicklung

Heilpädagoginnen und Heilpädagogen erkennen und diagnostizieren Abweichungen in der Spielentwicklung. Das Spiel ist das zentrale Bildungsmedium des Kindes. Die kognitiven und emotionalen Entwicklungsschritte sind direkt an die Spielerfahrungen gekoppelt. Deshalb lernen Heilpädagog_innen den Stand gut zu erkennen und die nächsten Lernschritte zu planen und anzuleiten.

Auch Menschen mit schweren bzw. komplexen geistigen Behinderungen zeigen Entwicklungsverzögerungen im Spielverhalten. Die spielerischen Handlungen scheinen dem aktiv-initiierten spielerischen Verhalten (Explorationsspiel) von normal entwickelten Säuglingen in einer frühen Mutter-Kind-Bindung zu ähneln. Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderung zeigen unabhängig von ihrem Lebensalter ein Spielverhalten auf einem sehr frühen Entwicklungsniveau entsprechend dem sensomotorischen Spiel und kommen im Gegensatz zu anderen Menschen mit geistiger Behinderung kaum über diese Spielform hinaus.

Aufgabe der Heilpädagog_innen ist es hier, die Handlungen als Spiel zu verstehen und im Sinne der „proximalen Entwicklung" personenzentriert die Erschließung der Welt zu initiieren. Nur so können die notwendigen kognitive Prozesse weitergehen.

Text: P. Werner, Fotos: A. Hantschel