Zieldimensionen heilpädagogischen
Handelns
Das Angebot von Übungen zu Konzepten und Methoden
heilpädagogischen Handelns soll die Studierenden befähigen,
Menschen aller Lebensstufen, die dauerhaft oder vorübergehend
in ihrem Lernen, den motorischen, sensorisch-perzeptiven, kognitiven
und emotionalen Fähigkeiten und Möglichkeiten beeinträchtigt
sind, durch den Aufbau und die Gestaltung förderlicher Beziehungen
zu erziehen, zu bilden, zu beraten und zu begleiten.
Die jeweils spezifischen Zielsetzungen sind auf die
Entwicklung autonomen Handelns in personaler und sozialer Integration
der betroffenen Menschen gerichtet. Personale Integration bezieht
sich auf die Identität, das Selbstkonzept, die Selbstentfaltung
und Selbstwirksamkeit.
Die soziale Integration beinhaltet die Teilhabe am
Umfeld, die durch Selbstaktualisierung, entsprechende Vorbereitung
der Umgebung, Unterstützung der Ressourcen und Begleitung in
der Realisierung erfolgen soll.
Bei der Verwirklichung dieser Zieldimensionen ergeben
sich Aufgaben auf unterschiedlichen Ebenen.
Aufgabenbereiche heilpädagogischen
Handelns
Heilpädagogisches Handeln geschieht grundsätzlich
auf der Basis der Beziehungsgestaltung und der dialogischen Haltung.
Dabei werden unterschiedliche pädagogische Arbeitsweisen im Sinne
der Persönlichkeitsbildung und Sozialisation integriert und angewandt.
Die verschiedenen Aufgaben der heilpädagogischen Tätigkeit
erstrecken sich auf folgende Bereiche:
- entwicklungs- und lebenslaufbezogene Aufgaben (Verstehen
und Erkennen, Fördern, Bilden, Erziehen, Begleiten und Pflegen)
- methodenbezogene Aufgaben (Unterrichten, Beraten, Anleiten,
Organisieren und Leiten)
- sinn- und zweckbezogene Aufgaben (Sinnfindung, Ziele
des pädagogischen Handelns, Prävention, Rehabilitation,
soziale Eingliederung)
- sozialökologische Aufgaben (Kooperation mit den
Eltern, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Einflussnahme auf
die Rahmenbedingungen, Reflexion der eigenen Professionalität).
- In den folgenden Lerngebieten werden die übergreifenden
Zielsetzungen beschrieben.
Voraussetzung für den Aufbau einer tragfähigen heilpädagogischen
Kompetenz der Studierenden ist die Bereitschaft, nicht nur kognitiv
zu lernen, sondern bei sich selbst Veränderungsprozesse zu
suchen und zuzulassen. Deshalb setzt der Erwerb der heilpädagogischen
Kompetenzen (im fachpraktischen Unterricht und in der Fachpraxis)
eine kontinuierliche Reflexion während der Ausbildung und
für die zukünftige Professionalität voraus.
Zwischen der persönlichen Lernbereitschaft und der Reflexionstätigkeit
und den verschiedenen Kompetenzen methodischen Handelns bestehen
Wirkungszusammenhänge, die das nachfolgende Schema verdeutlicht.
