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Dieses Fach wird an der Fachakademie als allgemeine und im zweiten Ausbildungsabschnitt als spezielle Übung unterrichtet.

Motopädagogik steht für das Konzept einer ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung über motorische Lernprozesse. Sie kennzeichnet den engen Zusammenhang von Wahrnehmen, Bewegen, Erleben und Handeln.

Im Mittelpunkt stehen erlebnisorientierte Bewegungsangebote, die zur aktiven Auseinandersetzung und zum selbstständigen Handeln mit und in der Umwelt anregen. So werden vor allem die sensomotorischen Funktionen (dient einer angemessenen Verarbeitung von Sinneseindrücken) und psychomotorischen Funktionen (bezieht sich auf die Bewegung und damit auch auf die geistigen und seelischen Prozesse ) verbessert und erweitert.

Dabei werden vor allem drei Kompetenzbereiche wichtig:

  • ICH-Kompetenz (sich und seinen Körper wahrnehmen, erleben, verstehen und mit seinem Körper umgehen)
  • SACH-Kompetenz (die materielle Umwelt wahrnehmen, Informationen über sie erlebend und verstehend verarbeiten und in und mit ihr umgehen)
  • SOZIAL-Kompetenz (die soziale Umwelt wahrnehmen, sie erleben, verstehen und in und mit ihr umgehen).

Im Motopädagogik-Unterricht werden sowohl theoretische Grundlagen als auch Praxis der Motopädagogik vermittelt. Als Leistungsnachweis werden Stundenbeispiele erarbeitet und in praktischer Form vorgestellt.

Im folgenden finden sie eine Themenübersicht über das Fach Motopädagogik, wie es bei uns unterrichtet wird:

EINFÜHRUNG / ORIENTIERUNG  
Begriffsklärung: Psychomotorik / Motopädagogik / Mototherapie /Mototherapie/ Motologie
Entstehung und Entwicklung der Psychomotorik

Von den Ursprüngen der psychomotorischen Übungsbehandlung (Kiphard) bis heute / Konzeptionelle Weiterentwicklung

Erscheinungsweisen menschlicher Motorik Neuromotorik, Sensomotorik, Psychomotorik, Soziomotorik
Leitgedanken Humanistisches Menschenbild / Ganzheitlichkeit / Gesamtpersönlichkeitsentwicklung
Inhalte der Motopädagogik Ich-/ Sach- und Sozialkompetenz
Ziele der Motopädagogik Qualifikationen im Bereich der Wahrnehmung / Bewegung / sozial-emotionales Erleben
THEORETISCHE GRUNDLAGEN  
Grundlagenmodelle Gestaltkreis, Adaptationsmodell, Prinzip der Homöostase, Sensomotorischer Regelkreis
Lernzielbestimmung Umweltanpassung, -veränderung, Lernbereiche Wahrnehmung, Bewegung, sozial-emotionales Erleben
Wahrnehmung

Die Sinnessysteme und ihre Funktionen/ Beziehungen der Sinnessysteme untereinander/ Grobziele der Wahnehmungsförderung/ Wahrnehmungsstörungenmethodisch-didaktische Hinweise, Ausgewählte Förderschwerpunkte

Bewegung

Funktion und Bedeutung von Bewegung / motorische Entwicklung / Grundlagen der Körper- und Bewegungskontrolle / Grobziele der motorischen Anpassung

Sozial-emotionales Erleben Zusammenhänge zwischen Wahrnehmungs- und Bewegungsverhalten und sozial-emotionalem Verhalten / Grundqualifikationen sozialen Handelns / Selbstkonzept / Lernzielbestimmung / motopädagogische Herangehensweise bei Verhaltensauffälligkeiten
MOTODIAGNOSTIK  
Definition Motogenese / Motopathologie / Motodiagnostik
Grundlagen Motopathologie Ursachen und Erscheinungsformen von Störungen im Bewegungsverhalten
Methoden KTK, Umgang mit versch. Beobachtungsbögen
DIDAKTIK-METHODIK  
Zielgruppe Indikation / Einsatzbereiche
Prinzipien der Motopädagogik An den Stärken ansetzend / Selbsttätigkeit / Entwicklungs-, Handlungs-, Erlebnis- und Kommunikationsorientiert
Motopädagogische Förderung Planung / Gestaltung / Reflexion
Indikation, Anwendung Motopädagogik bei Entwicklungsstörungen, -behinderungen, ...
Motivation in der Motopädagogik Förderliche und hemmende Einflüsse
Einordnen in das Fachgebiet Versch. Ansätze und Entwicklungen in der Motopädagogik, Vernetzung mit anderen Konzepten (Sensorische Integration, Erlebnispädagogik, Snoezelen, Spielpädagogik)
MOTOPÄDAGOGIK UND HEILPÄDAGOGIK  
Kombination motopädagogischen Handelns und Heilpädagogik Entwicklung eines Handlungskonzeptes anhand von Fallbeispielen
PRAXIS DER MOTOPÄDAGOGIK  
Motopädagogische Stundengestaltung Stundendramaturgie (Anfang, Hauptteil, Schluß), Verschiedene Raum-, Material- und Angebotsformen, Angebote zu den Bereichen Körper-, Material- und Sozialerfahrung
Situationen und Angebote zur Förderung der Wahrnehmung Sinnesbasar, Förderbeispiele zur Wahrnehmungsförderung
Situationen und Angebote zur Förderung der Bewegung Schaffen verschiedener Bewegungsanlässe: Bewegungsspiele, -geschichten, -baustellen, ...
Situationen und Angebote zur Förderung der sozial-emotionalen Erlebens Gefühlsausdrucksförderung, Rhythmische Elemente in der Motopädagogik, Förderbeispiele zur Kommunikation und Kooperation
Weitere Angebote Motopädagogik im Wasser, Snoezelen (Exkursion)

Literatur und Links zum Thema Motopädagogik /Psychomotorik

     

 

Dozenten:

Sabina Steindl

Sabina Steindl, Motopädin

seit 2000 an der Fachakademie tätig

 

 

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Theorie

Bitte senden Sie Ihre Kommentare an den Webmaster. Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 10.10.2010