Seminar Biografiearbeit

„Erst Verstehen – dann erziehen" lautet einer der Grundsätze der
Heilpädagogik. So ist es selbstverständlich, dass die bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse die Menschen prägen und deren Erleben und Verhalten beeinflusse. Wie können Heilpädagogen helfend mit biographischen Gegebenheiten umgehen? Eine gute Methode ist die Biografiearbeit. Studierende der Fachakademie für Heilpädagogik konnten sich im Seminar „Biografiearbeit" theoretisches Wissen und praktische Fähigkeiten aneignen. So wurde festgestellt, dass Biografiearbeit nicht nur mit Senioren, sondern beispielsweise auch mit Pflegekindern gewinnbringend eingesetzt werden kann.

Der Begriff Biografie ist sehr vielschichtig - auch wenn er im privaten Alltag als selbstverständlich verwendet wird. Oft wird der Terminus Lebenslauf dem Begriff Biografie gleichgesetzt. Der Lebenslauf ist jedoch lediglich eine zeitliche Abfolge biografischer Ereignisse. Biografie hingegen umfasst mehr. Sie beinhaltet nicht nur die biografischen Daten eines Individuums sondern auch die subjektive Interpretation dieses Ereignisses. Für Biografiearbeit ist diese Bedeutungsstrukturiertheit wichtig. Ein biografisches Ereignis erhält erst vor dem Hintergrund eigener bisher gesammelter Erfahrungen eine persönliche Bedeutung. Jedes Individuum entwickelt seine eigene Weltsicht und lagert Erfahrungen spezifisch ab und deutet die erinnerte Lebensgeschichte. Lebensereignisse eines Menschen können sich auf dessen Lebensweg auswirken und dazu führen, dass dieser verändert oder neu strukturiert wird.

Die Studierenden führten unter Anleitung der Dozentin, Frau Kellner-Fichtl, verschiedene biografische Sequenzen/Übungen durch, welche im Anschluss daran reflektiert wurden.

Text: Petra Werner

Übung: "Lebenserfahrung in der Tüte"

Vortrag einer Studierenden zum Thema „Biografiearbeit mit Pflege- und Adoptivkindern"