bullet1Fachpraktische Ausbildung

 

Vorbemerkungen

Heilpädagogische Ausbildung orientiert sich an den Erfordernissen heilpädagogischer Praxis. Theoretische Erkenntnisse, Methodenkompe-tenzen und persönliche Erfahrungen werden in der Praxis miteinander verknüpft. Die Bedeutung der Fachpraxis in der Ausbildung zeigt sich dadurch, dass sie ein Drittel der Unterrichtszeit, nämlich 800 Stunden, umfasst.

In der heilpädagogischen Fachpraxis knüpfen die Studierenden an ihre bisherigen pädagogischen Berufserfahrungen an und erweitern ihre Handlungsmöglichkeiten und Handlungskompetenzen, sodass sie unter erschwerten Bedingungen pädagogisch tätig sein können. Sie lernen Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und Entwicklung wahrzunehmen. Sie üben heilpädagogisches Handeln ein, setzen Methoden in praktisches Handeln um und stimmen diese auf die Erfordernisse der jeweiligen Situation ab. Sie lernen zu planen, ihr Handeln im Rahmen der erforderlichen Ziele und der Situation zu reflektieren und zu dokumentieren.

Im Mittelpunkt der Betrachtung und des Lernens in der heilpädagogischen Fachpraxis steht die "heilende" Beziehung zwischen Studierenden und zu Betreuenden. Die Studierenden erfahren sich in ihrer Art der Beziehungsgestaltung und vertiefen - gestützt durch Praxisanleitung und Supervision in Kleinstgruppen - ihre Persönlichkeitskompetenz.

Durch die heilpädagogische Fachpraxis erhält die Ausbildung an der Fachakademie die erforderliche Bodenhaftung und Verankerung. Die Studierenden lernen Möglichkeiten und Grenzen realistisch einzuschätzen, die sowohl ihre eigene Person, ihre fachliche Kompetenz und Zu-ständigkeit als auch vorhandene Mittel betreffen. Die Gestaltung der fachpraktischen Ausbildung soll den Studierenden eine möglichst sichere und objektive Einschätzung ihrer Stärken und Schwächen ermöglichen, ihnen helfen, mit diesen konstruktiv umzugehen und neue Ressourcen zu entdecken.

Während die Ausbildung an Fachakademien für Heilpädagogik im Bereich Theorie und Übungen die ganze Bandbreite heilpädagogischer Tä-tigkeiten betrifft, können die Studierenden in der heilpädagogischen Fachpraxis aus der Vielzahl von Praktika auswählen. Dies führt zu einer Vertiefung einzelner Arbeitsfelder und gibt Entscheidungshilfen für eine mögliche spätere Spezialisierung an die Hand.

Die einzelnen Fachakademien haben die Möglichkeit, in Inhalt und Form der heilpädagogischen Fachpraxis Schwerpunkte zu setzen.

2.2 Ausbildungsintegrierte Praktika
Die Studierenden sollen die Fähigkeit erlangen, über einen Zeitraum von mehreren Monaten regelmäßig sowohl mit einzelnen Kindern und Jugendlichen als auch mit Gruppen die erlernten Methoden adäquat anzuwenden und zu reflektieren.
Im Laufe der Ausbildung lernen die Studierenden unterschiedliche Arbeitsfelder, Konzepte und Methoden (z. B. Einzel- und Gruppenarbeit) kennen.
Durch die regelmäßigen Kontakte kann eine längerfristige, heilpädagogische Beziehung entstehen, die prozessorientiert die Persönlichkeits-entwicklung aller Beteiligter fördert.
Die Studierenden übernehmen für ihr heilpädagogisches Handeln zunehmend mehr Verantwortung, die sich an den Bedürfnissen der Klienten und an den Fähigkeiten und Werthaltungen der eigenen Person orientiert.
Dieser Prozess wird von Lehrkräften der Fachakademie in regelmäßigen Treffen begleitet und dadurch die Weiterentwicklung beruflicher Kompetenzen unterstützt.

Begleitung und Reflexion von Praxiserfahrungen

3.1 Supervision und Praxisbegleitung
Supervision und Praxisbegleitung sollen in erster Linie die berufliche Handlungskompetenz und damit verbunden die soziale und personale Kompetenz weiterentwickeln. Im Einzelnen gehören hierzu insbesondere folgende Fähigkeiten: Beziehungs-, Team-, Konflikt-, Belastungs- und Verantwortungsfähigkeit.

Supervision bedeutet:
- Reflexion des heilpädagogischen Handelns und der eigenen Person in Bezug auf den Einzelnen oder eine Gruppe von zu Betreuenden,
- Reflexion der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten, Eltern und anderen Bezugspersonen im Praxisfeld
- Entwicklung alternativer Handlungsmuster.
Eine besondere Rolle spielt auch die Situation als Praktikant, die für die Studierenden nach unterschiedlich langer Berufstätigkeit als ausgebil-dete Fachkraft mit zugewiesenem Aufgabengebiet und Verantwortung einen neuen Status bedeutet.
Im Erproben verschiedener Handlungsansätze sollen die Studierenden diejenigen Methoden herausfinden, die ihren Fähigkeiten am besten entsprechen und mit denen sie sich ganz persönlich identifizieren können.

Die Supervision verläuft berufsbezogen, prozessorientiert und soll den Studierenden in der Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Person, ih-ren Möglichkeiten und Fähigkeiten, aber auch mit ihren Schwierigkeiten und Grenzen zur persönlichen beruflichen Reifung und realistischen Selbsteinschätzung verhelfen.

Die Supervision soll den Supervisanden darüber hinaus Gelegenheit geben, sich mit Sinnfragen und dem eigenen Werte- und Normensystem auseinander zu setzen.

Der Supervisor stammt in der Regel aus dem Lehrkörper der Fachakademie und steht daher im Spannungsfeld zwischen zwei verschiedenen Rollen: auf der einen Seite unterrichtende, bewertende Lehrkraft, auf der anderen Seite neutraler, für alle berufsbezogenen Probleme offener, empathischer, wertungsneutraler Supervisor. Diese Aufgabe zu meistern, bedarf es ständiger Bewusstheit, kontinuierlicher Reflexion und des Erfahrungsaustauschs mit Kollegen und unter Umständen auch eigener Supervision.

Ziel der Praxisbegleitung ist es, zum einen die Studierenden zu unterstützen, die Praxisstelle oder das Projekt zu finden, in der/dem sie die theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten in heilpädagogisches Handeln umsetzen und neues erfahren können; zum anderen die Studierenden anzuleiten, heilpädagogische Methoden praxisfeldbezogen anzuwenden und einzuüben, heilpädagogische Förder- und Be-handlungsansätze zu erproben und weiterzuentwickeln, um so immer größere Handlungskompetenz und berufliche Sicherheit zu gewinnen.

3.2 Bearbeitung einer Facharbeit
In der nach wissenschaftlichen Kriterien anzufertigenden Facharbeit sollen die Studierenden im Rahmen ihrer heilpädagogischen Fachpraxis einen ausgewählten Aspekt ihrer Arbeit und methodischer Vorgehensweise darstellen, begründen, theoretisch fundieren und kritisch reflektie-ren. Der Schwerpunkt liegt auf der selbstständigen Darstellung und Auseinandersetzung mit dem eigenen heilpädagogischen Handeln und auf der Verbindung von Theorie und Praxis.

Die Themenwahl ist abhängig von dem jeweiligen Praxisfeld und den Interessen der Studierenden. Die Themen müssen von der Ausbildungs-stätte genehmigt werden.

Die Anfertigung der Facharbeit wird von Lehrkräften der Fachakademie betreut.

3.3. Teilnahme an einem Projekt

Die Studierenden sollen auch Erfahrungen sammeln im Planen, Durchführen und Evaluieren von Projekten. Sie haben dazu in der Fachakademie Gelegenheit. Zur Zeit werden folgende Projekte angeboten:

 

 

zurück zum Seitenanfang

zurück zur Homepage

zurück zu Dozenten

Dozenten

zurück zu Praktikum

Ausbildung

Bitte senden Sie Ihre Kommentare an den Webmaster. Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 09.02.2007.