bullet1Erlebnispädagogik

 

Dieses Fach wird an der Fachakademie als spezielle Übung unterrichtet.

Der Leistungsnachweis ist an die Teilnahme am erlebnispädagogischen Projekt und dem damit verbunden Bericht incl. fachlicher Reflexion gekoppelt.


Allgemeines:

Die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen wird im zunehmenden Maße mit Problemen einzelner Jugendlicher und mit Krisensituationen konfrontiert, bei denen die herkömmlichen pädagogischen Konzepte nicht mehr greifen. Diesen Kindern und Jugendlichen ist oft gemeinsam, dass sie unter erschwerten Bedingungen aufgewachsen sind und unter diesen Umständen jetzt noch leben. Sie sind meist auf der Gesprächsebene schwer erreichbar und besitzen ein ambivalentes, vorwiegend niedriges Selbstwertgefühl. Die pädagogische Arbeit mit ihnen erfordert neue, handlungsorientierte Methoden, wie dies die Erlebnispädagogik sein kann. Nicht nur aus diesem Grund boomte die Erlebnispädagogik bzw. erlebnispädagogische Projekte in den letzten Jahren.


Doch was ist eigentlich Erlebnispädagogik und was steckt dahinter?


Inhalte:

Diesen Fragen wollen wir in der theoretischen Einführung der Übung Erlebnispädagogik nachgehen, indem wir die Entstehungsgeschichte der Erlebnispädagogik ausgehend von Kurt Hahn betrachten. Darauf aufbauend erfahren wir, welche Grundgedanken hinter erlebnispädagogischer Arbeit stehen und welche Lernmöglichkeiten sich daraus für die zu betreuenden Jugendlichen ergeben.


Theoretische Inhalte der Übung sind:

  • Historische Entwicklungslinien der Erlebnispädagogik und Reformpädagogik
  • Definition Erlebnispädagogik
  • Zur Person Kurt Hahn
  • Grundgedanken der Erlebnispädagogik
  • Grundpfeiler erlebnispädagogischer Arbeit
  • Dimensionen des Lernens durch Erlebnispädagogik
  • Aktualität handlungsorientierter Ansätze


Heilpädagogische Inhalte der Übung sind:

Da nicht alle Jugendlichen gleich sind und nicht alle Auffälligkeiten dieselben erlebnispädagogischen Ansätze indizieren, wird ausgehend von einer näheren Betrachtung, welche heilpädagogischen Hilfen Jugendliche mit bestimmten Störungsbildern benötigen, erarbeitet, welches erlebnispädagogische Medium sich für welche Störung, Behinderung bzw. Auffälligkeit speziell eignet. Es ist Aufgabe des Heilpädagogen nicht an einer negativen symptomorientierten Zuschreibung anzusetzen, sondern sich in der individuellen Planung erlebnispädagogischer Projekte an den Möglichkeiten, Ressourcen und Verhaltensauffälligkeiten des einzelnen Jugendlichen zu orientieren und für ihn die entsprechenden Fördermöglichkeiten zu erarbeiten.

Pädagogische Inhalte der Übung sind das Kennenlernen und Reflektieren der Erlebnisqualität und des Wirkungspotential der verschiedenen erlebnispädagogischen Medien. Dabei wird erarbeitet, welche sozialen und individuellen Fähigkeiten durch die Aktivität gefördert werden, welche Ziele damit verfolgt werden können und für welche Gruppe sie geeignet ist.

Ebenso werden gruppenpädagogische Aspekte wie Ressourcenentwicklung und -förderung, die Bearbeitung von Konflikten und die Erarbeitung von konstruktiven Lösungsvorschlägen thematisiert. Durch Reflexionen wird die Vernetzung zwischen erlebnispädagogischem Handlungsfeld und Lebenswelt hergestellt, ein Transfer in den Alltag erreicht, mit dem Ziel, das Handlungsrepertoire der Klienten zu erweitern.

Didaktische Umsetzung:

Da nur derjenige, welcher eine Situation selbst erlebt hat, ihren Erlebniswert richtig einschätzen kann, ist die Übung Erlebnispädagogik so konzipiert, dass die komplexen Themen nicht theoretisch vermittelt sondern praktisch erprobt werden. Alle Übungen und Aufgaben werden gemeinsam umgesetzt und können so körperlich wahrnehmbar und kognitiv nachvollziehbar erlebt werden. Mit hilfreichen Tipps und zahlreichen Beispielen aus der Praxis werden die Grundlagen erlebnispädagogischen Handelns herausgearbeitet. Damit verbindet die Übung Erlebnispädagogik notweniges pädagogisch-therapeutisches Wissen mit den entsprechend technisch-instrumentellen Fähigkeiten.


Praktisches:

Da erlebnispädagogische Arbeit größtenteils praktische Arbeit mit Jugendlichen in der Natur bedeutet, findet die Übung Erlebnispädagogik in Projektform unter freiem Himmel statt. Die ausgewählten Erlebnissituationen zeigen exemplarische Beispiele möglicher kreativer Projekte, welche speziell auf die Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen ausgerichtet sind.

Die genaue inhaltliche Ausgestaltung der Übung Erlebnispädagogik wird mit den Teilnehmern gemeinsam abgesprochen. Methodisch kann die gesamte Palette der erlebnispädagogischen Medien, die das KAP-Institut auch sonst im Programm hat, umgesetzt werden, so dass bisher bereits Kanutouren, Höhlentouren und Trekking- und Radtouren und Erlebnispädagogik im Winter durchgeführt wurden.

Literatur:

Heckmair, B. u. W. Michl (2002). Erleben und Lernen. Einstieg in die Erlebnispädagogik.. 4. überarb. Aufl. Köln: Luchterhand

     

Dozent:

Peter Alberter

Peter Alberter, Heilpädagoge

seit 1996 an der Fachakademie tätig.

 

zurück zum Seitenanfang

zurück zur Homepage

zurück zu ÜBUNGEN
Übungen

weiter zu MOUNTAINBIKING
Radtour

weiter zu Erlebnispäd. im Winter
Erlebnispäd. im
Winter
   

Bitte senden Sie Ihre Kommentare an den Webmaster. Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 04.03.2007