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Dieses Fach ist Teil des Faches "Heilpädagogische
Entwicklungsförderung/Übungsbehandlung" und wird an der
Fachakademie als Spezielle Übung unterrichtet. Ein Leistungsnachweis
kann erbracht werden.
Inhalte
- Theorie
- Wahrnehmung und Kognition
- Diagnostik
- Techniken des Führens
- Einfaches oder elementares Führen
- Pflegerisches Führen
- Intermittierendes Führen
- Topologische Beziehungen
- Hypothesenbildung
- Auswahl des Geschehens
- Zielkontrolle
- Sprache
- Praxis
Praktische Übungen werden konkret zu folgenden Kapiteln
der Theorie angeboten:
- des pflegerischen Führens Technik
- Technik des elementaren oder einfachen Führens
- Technik des intermittierenden Führens
- Führen unter Berücksichtigung der stabilen Unterlage
und Seite
- Führen unter Berücksichtigung der stabilen Referenz
- Gestaltung des Führens unter Berücksichtigung
der Hypothesenbildung
- bezüglich des Einstiegs
- der Ausführung von topologischen Veränderungen
- Berücksichtigung der Position des Kindes während
des Führens
Während des Unterrichts werden Theorie und Praxis in direktem
Bezug zueinander angeboten. In Selbsterfahrung und durch Partnerübungen
werden die in der Theorie vermittelten Lerninhalte geübt.
Zudem werden durch Videobeispiele aus Therapieeinheiten der Dozentin
Einblicke in die Arbeit mit behinderten Kindern ermöglicht.

Lernziele
Die Studierenden sollen das Entwicklungsmodell nach
Affolter kennen lernen, eine Vorstellung entwickeln, wie sich taktil-kinästhetische
Störungen im Alltag darstellen und sie sollen befähigt werden
Kriterien des Führens in ihren heilpädagogischen Arbeitsalltag
bei Kindern mit taktil-kinästhetischen Wahrnehmungsstörungen
zu integrieren.

Kurzinformation zur Methode
Das Führen nach Affolter wird angewandt bei Kindern
und Erwachsenen mit angeborenen oder erworbenen Schädigungen des
Zentralnervensystems. Ziel der Therapie ist die Organisation bzw. Reorganisation
des ZNS. Die Therapie findet eingebettet in den Alltag des Klienten
statt. Man arbeitet in so genannten "problemlösenden Geschehnissen
des Alltags". Dies bedeutet, das Anziehen einer Jacke wird mit
dem Klienten geführt, wenn es in seinem Alltag sinnvoll und erforderlich
ist. Es werden somit keine isolierten Fertigkeiten geübt, sondern
stets aktuelle Probleme des Alltags mit dem Klienten gelöst. Dies
ist für die Motivation zur Mitarbeit des Klienten und für
die Verarbeitung und das in Gang setzen von kognitiven Prozessen von
Bedeutung.
Das Führen in problemlösenden Alltagsgeschehnissen wird mittels
verschiedener Techniken ausgeübt. Man unterscheidet das pflegerische,
einfache oder elementare und das intermittierende Führen.
Neben diesen Techniken werden beim Führen weitere Gestaltungselemente
angewandt, welche es dem Klienten ermöglichen sollen, taktil-kinästhetische
Informationen besser wahrzunehmen und zu verarbeiten.
Die Aufnahme und Verarbeitung taktil-kinästhetischer Informationen
und somit die Organisation bzw. Reorganisation des Zentralnervensystems
sind durch kurzfristige Veränderungen im Verhalten des Klienten
zu erkennen. Diese Veränderungen dienen als Zielkontrolle und ermöglichen
eine effektive zielorientierte Therapie anzubieten.
Die Therapie nach Affolter darf ausschließlich von ausgebildeten
Therapeuten durchgeführt werden.
Die Ausbildung zum Affolter-Therapeuten wird in Deutschland im Reha-Zentrum
Burgau von Frau Dr. Affolter und Team angeboten.

Literatur:
Affolter, F. (1987). Wahrnehmung, Wirklichkeit und
Sprache. Villingen-Schwenningen: Neckar-Verlag.
Affolter, F. und Stricker, E. (1980). Perceptual
processes as prerequisites for complex human behaviour: a theoretical
model and its application to therapy. Bern: Huber.
Affolter, F. und Bischofberger, W. (1996). Wenn
die Organisation des zentralen Nervensystems zerfällt - und es
an gespürter Information mangelt. Villingen-Schwenningen: Neckar-Verlag.
Bischofberger, W. (1989). Aspekte der Entwicklung
taktil-kinästhetischer Wahrnehmung. Villingen: Neckar-Verlag.

Links:
www.wahrnehmung.ch
Dozentin:
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Gerlinde
Rosenbeck,
Kinderkrankenschwester
Staatl. gepr. Heilpädagogin
Affolter-Therapeutin
seit 2002 an der Fachakademie tätig
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